Aus Gnome mach‘ Unity …

Kann man Gnome mit ein paar Extensions so konfigurieren, dass es wie Unity aussieht und sich auch so ähnlich verhält? Diverse Seiten haben in den letzten Tagen diesen Eindruck erweckt. Tatsächlich lässt sich Gnome zwar besser konfigurieren als Unity, aber allzu große Hoffnungen sollten Sie sich nicht machen, mit ein paar Mausklicks aus Gnome Unity zu machen. Ich habe versucht, die Grenzen auszuloten.

Eine gewisse Ähnlichkeit ist zu erkennen, aber vom Unity-Look ist auch diese Gnome-Konfiguration weit entfernt.

Fenster-Buttons

Den Minimize- und bei Bedarf auch den Maximize-Button können Sie ganz unkompliziert im Gnome Tweak Tool aktivieren (Dialogblatt Fenster).

Das Gnome Tweak Tool hilft dabei, Gnome vernünftig einzurichten

Schon schwieriger ist es, die Buttons nach links zu verschieben. Zum Erfolg führen die beiden folgenden Kommandos (Quelle):

gsettings set org.gnome.desktop.wm.preferences button-layout 'close,minimize,maximize:'
gsettings set org.gnome.settings-daemon.plugins.xsettings overrides "{'Gtk/DecorationLayout':<'close,minimize,maximize:'>}"

Wenn Sie auf den Maximize-Button verzichten können, entfernen Sie einfach ,maximize aus den obigen Kommandos.

Undo:

gsettings set org.gnome.desktop.wm.preferences button-layout "appmenu:close"
gsettings set org.gnome.settings-daemon.plugins.xsettings overrides "@a{sv} {}"

Taskbar/Dock

Damit das Dock dauerhaft angezeigt wird, installieren Sie im Webbrowser die Gnome Shell Extension Dash to Dock und passen anschließend die Konfiguration Ihren Wünschen an.

Die Gnome Shell Extension »Dash to Dock« bietet unzählige Optionen, wie das Dock angezeigt werden soll.

Eine interessante und platzsparende Alternative, speziell für Gnome-2-Fans, ist Dash to Panel. Diese Gnome-Erweiterung integriert die Dock-Icons in das Panel.

Die Gnome Erweiterung »Dash to Panel« zeigt laufende Icons und Favoriten im Panel an.

Desktop-Hintergrund

Auch der aubergine-farbige Standardhintergrund von Ubuntu (Download) verhilft Gnome zu einem Ubuntu-ähnlicheres Aussehen.

Aktivitäten-Icon

Mit der Extension Activities Configurator können Sie den Text Aktivitäten durch ein eigenes Icon ersetzen oder ganz ausblenden. Geeignete Icons finden Sie z.B. in /usr/share/icons.

Sonstige nützliche Extensions

  • Die Status-Icons diverser Zusatzprogramme versteckt Gnome unter der linken unteren Bildschirmkante. Abhilfe schafft TopIcons Plus.

  • Eine bequemere Einstellung der Lautstärke mit dem Mausrad ermöglicht der Better Volume Indicator.

Eigene Themes

Shell Themes modifizieren diverse Aspekte des Gnome-Erscheinungsbilds (z.B. Farben). Ihre Verwendung ist mit Vorbereitungsarbeiten verbunden:

  • Sie installieren die Extension User Themes.

  • Sie laden das gewünschte Thema aus dem Internet herunter und packen es in einem Verzeichnis in .local/share/themes oder einfach .themes aus. Beide Orte funktionieren. Wenn es noch keine themes-Verzeichnisse gibt, müssen Sie zumindest eines einrichten.

Die installierten Themes können Sie nun im Gnome Tweak Tool aktivieren (Dialogblatt Erscheinungbild, Option Shell-Thema).

Unzählige Themen finden Sie auf gnome-look.org zum Download. Besonders populär sind aktuell die OSX-Arc-Themes. Es gibt auch ein Ambiance-Thema, das aber schon seit zwei Jahren nicht mehr gewartet wird.

Update 15.4.2016: Ganz neu ist das Thema United Gnome, ein neuer Versuch, Gnome möglichst Ubuntu-ähnlich zu gestalten.

Das Thema »United Gnome«

Grenzen

Viele Ubuntu/Unity-Features lassen sich gegenwärtig unter Gnome schwer bzw. gar nicht nachbilden. Dazu zählen:

  • das Startmenü mit seinen verschiedenen Ansichten (Dash Lenses)

  • diverse Tastenkürzel

  • die Integration der Fensterleiste in das Panel bei maximierten Fenstern. Es gibt dafür zwar diverse Gnome Shell Extensions wie Maximus Two, Maximus NG und Pixel Saver, aber keine davon funktioniert bei allen Programmen. Die besten Erfahrungen habe ich mit Pixel Saver gemacht. Es geht hier weniger um die Optik als vielmehr darum, auf kleinen Displays Platz zu sparen. Mit diesem geht Gnome leider recht verschwenderisch um.

  • Zentralmenü im Panel statt in der Fensterleiste

  • HUD-Menüs (direkte Suche in allen Menükommandos eines Programms)

  • Web-Apps (die wurden aber unter Unity auch schon seit einigen Releases nicht mehr richtig gewartet)

Über den Sinn bzw. Unsinn von Desktop-Modifikationen

Mit der Gestaltung des Desktops kann man Stunden verbringen. Ob diese Zeit gut investiert ist, muss jeder selbst entscheiden. Klar ist, dass die Mühe mit jeder Neuinstallation verloren ist und oft auch Updates Probleme bereiten. Insofern ist es wahrscheinlich gescheiter, sich an die vorgegebenen Defaults zu gewöhnen und nicht allzu viel zu ändern. Genau das war ja auch die (oft kritisierte) Philosophie von Unity.

Quellen/Links