Ein Monat mit Kubuntu 15.04

Seit einem Monat läuft auf meinem Arbeits-Notebooks Kubuntu 15.04. Dieser Beitrag fasst kurz die Licht- und Schattenseiten zusammen.

  • Desktop: Keine Probleme, sieht schön aus und funktioniert problemlos. Sporadisch stürzte krunner ab, war aber keine große Beeinträchtigung. Ein lästiges Detail: Es scheint keine Möglichkeit zu geben, im Panel abgelegte Starter-Icons zu ordnen. (Für die Icons laufender Programme lassen sich alle erdenklichen Sortierordnungen festlegen. Aber mir geht es um die Starter für häufig benötigte Programme. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp für mich …)

  • Startmenü: Ist bei mir selten im Einsatz. Das Ausschalten bzw. den Logout über das Menü empfinde ich umständlich, erfordert eine Menge Mausbewegung und -Klicks.

  • Shutdown versus Energiesparmodus: Immer wieder ist es mir passiert, dass ich mein Notebook zuerst explizit heruntergefahren und dann sofort den Deckel zugemacht habe. Das verblüffende Ergebnis: Das Notebook geht in den Schlafmodus und verbraucht weiter Strom — nur um den Shutdown fortzusetzen, kaum dass der Deckel wieder geöffnet wird.

  • Dateimanager: Ich brauche beruflich Dropbox. Die Installation des Dropbox-Clients ist nicht schwierig, aber das fehlende optische Feedback in Dolphin ist öde. Ich will wissen, welche Verzeichnisse synchronisiert sind und welche nicht. Also habe ich den Gnome-Dateimanager Nautilus installiert und verwende seither dieses Programm.

  • Mail: Die Konfiguration von KMail hat mich mit den unzähligen Optionen erschlagen. Nach einer halben Stunde habe ich Thunderbird installiert.

  • Monitor-Konfiguration/Beamer: Funktioniert problemlos, wenngleich nach dem Umschalten der Auflösung manchmal Artefakte am Bildschirm zurückbleiben. Offensichtlich erfahren nicht alle Programme, dass sich die Auflösung geändert hat.

  • Sonstige Systemeinstellungen: Nur mit jahrelanger Erfahrung ist es möglich, in den Gewirr an Modulen, Dialogen und Dialogblättern das zu finden, was man gerade braucht. Weniger wäre hier mehr! Und warum muss man jede Änderung immer erst explizit bestätigen?

  • Lokalisierung: Überwiegend gut, aber der Apply-Button ist allgegenwärtig. Der muss bei der Lokalisierung untergegangen sein.

Der KDE-Desktop mit einem vertikalen Panel -- links, da wo es hingehört :-)
Der KDE-Desktop mit einem vertikalen Panel — links, da wo es hingehört 🙂

KDE als Desktop, aber nicht als Anwendung

Letzten Endes brauche ich auf meinem Notebook die folgenden Programme:

  • Webbrowser -> Firefox
  • Mail-Client -> Thunderbird
  • Dateimanager -> Nautilus
  • PDF-Viewer -> Okular
  • Terminal -> Konsole
  • Virtual Box
  • Gimp
  • Emacs
  • LaTeX
  • MySQL Workbench

Haben Sie mitgezählt, wie viele KDE-Programme diese Liste enthält? Zwei. Okular ist übrigens auch unter Gnome mein Lieblings-PDF-Viewer, und beim Terminal bin ich recht indifferent: Konsole oder gnome-terminal, mir ist’s egal. Mit anderen Worten: Die KDE Software Compilation schlummert bei mir nahezu unbenutzt auf der Festplatte.

Ein Ärgernis ist übrigens die Keychain der MySQL Workbench. Diese ist offensichtlich nicht KDE-kompatibel, das Programm kann sich daher keine Passwörter merken. Man kann es auch pragmatisch sehen: So ist es sicherer …

Fazit

  • Positiv: KDE erfüllt für mich seinen Zweck als Desktop-Umgebung. Der Desktop ist optisch schön anzusehen, funktioniert stabil und flüssig.

  • Negativ: KDE bietet für mich keine Funktionen, die es besser machen würde als Gnome oder Unity.

Der Desktop ist egal … Zum gleichen Ergebnis wäre ich vermutlich gekommen, wenn ich hier über OS X geschrieben hätte, das ich mittlerweile auch recht häufig verwende. Der Desktop von Apple ist wie KDE und Gnome vollkommen OK in der Benutzung, ohne für mich aber irgendwelche besonderen Highlights zu bieten. Von den Apple-spezifischen Programmen nutze ich nur ganz wenige — fast alle vorhin aufgezählten Programme gibt es ja auch unter OS X. Das erleichtert natürlich den Wechsel zwischen Linux und OS X.