SSD-Trim in Ubuntu 14.04

Solid State Disks bewahren ihre hohe Geschwindigkeit nur dann, wenn frei gegebenen Datenblöcke regelmäßig konsolidiert werden. Dieser Vorgang wird TRIM bezeichnet. Die Details sind in der Wikipedia nachzulesen. Eine Neuerung in Ubuntu 14.04 besteht nun darin, dass für manche SSDs einmal wöchentlich die TRIM-Funktion automatisch ausgeführt wird.

Unter Linux gibt es zwei Möglichkeiten, die SSD-TRIM-Funktion zu aktivieren. Eine Variante besteht darin, in /etc/fstab bzw. bei mount für alle ext-Dateisysteme die zusätzliche Option discard anzugeben. Damit werden frei werdende Datenblöcke sofort an die SSD gemeldet. Das verlangsamt aber die Geschwindigkeit der SSD gerade dann, wenn dies nicht gewünscht wird, nämlich beim Auftreten hoher I/O-Aktivität.

Alternativ kann man auch in regelmäßigen Abständen, z.B. einmal wöchentlich, das Kommando fstrim ausführen. Damit wird gewissermaßen ein globales Aufräumen initiiert; während der Zeit — oft sind es nur wenige Sekunden — läuft die SSD allerdings spürbar langsamer. Wenn das Aufräumen aber z.B. in der Nacht stattfindet, stört dies kaum.

Implementierung unter Ubuntu

Die Ubuntu-Entwickler haben sich für die zweite Variante entschieden. Das Verzeichnis /etc/cron.weekly enthält dazu die neue Datei fstrim, die wiederum das Script fstrim-all ausführt.

Das Script /sbin/fstrim-all durchläuft alle momentan aktiven Dateisysteme, stellt fest, ob sich diese auf einer SSD befinden, und führt für diese dann fstrim aus. Standardmäßig werden dabei nur SSDs der Hersteller Intel und Samsung berücksichtigt. Die man-Seite begründet diese Einschränkung damit, dass es bei SSDs anderen Hersteller offenbar zu Datenverlusten kommen kann, wenn unglücklicherweise gerade während des SSD-TRIMs viele I/O-Operationen stattfinden (Launchpad-Bug-Report).

Wenn Sie sich sicher sind, dass Sie von diesem Problem nicht betroffen sind, können Sie in /etc/cron.weekly/fstrim die Option --no-model-check einbauen. In diesem Fall wird das SSD-TRIM für alle SSDs durchgeführt, also unabhängig vom Hersteller.

Auf meiner Testmaschine mit einer Samsung SSD funktioniert der SSD-TRIM bisher ohne Probleme. Geschwindigkeitsveränderungen habe ich keine festgestellt — aber das war auch nicht zu erwarten. Die Folgen eines fehlenden SSD-TRIM werden in der Regel erst nach Monaten spürbar, und sie sind bei modernen SSDs ohnedies oft vernachlässigbar. Dennoch ist es erfreulich, dass sich Ubuntu nun automatisch um das SSD-TRIM kümmert.