Ubuntu 14.04 auf Pentium-M-Rechnern installieren

Ubuntu 14.04 kann nur auf solchen 32-Bit-CPUs installiert werden, die PAE (Physical Address Extension) unterstützen. Einige Pentium-M-CPUs von Intel unterstützen zwar PAE, verheimlichen dies aber. Dieser Artikel zeigt, wie Sie Ubuntu auf solchen CPUs dennoch installieren können.

Grundlagen

Seit einigen Jahren sind 32-Bit-CPUs mit einigen Tricks in der Lage, mehr als 2 GByte RAM zu adressieren. Das ist nicht so effizient wie bei einer 64-Bit-CPU, aber dennoch praktisch. Die Technik nennt sich PAE (Physical Address Extension) und wird von den meisten gängigen 32-Bit-CPUs unterstützt.

Bei vielen Linux-Distributionen ist PAE bei 32-Bit-Installationen standardmäßig aktiv, auch dann, wenn weniger als 2 GByte RAM zur Verfügung stehen. Der Grund: Zusammen mit PAE steht dann auch das NX-Bit zur Verfügung, das verhindert, das beliebige Datensegmente im Hauptspeicher als Code ausgeführt werden können. NX verhindert gewisse Angriffstechniken (sogenannte buffer overflow attacks) und ist deswegen ein Sicherheitsgewinn.

Installation auf Rechnern mit einem »Pentium M« (forcepae)

Ein Sonderfall sind Notebooks mit frühen »Pentium M«-CPUs. Diese Intel-CPUs unterstützen PAE, teilen dies allerdings dem Betriebssystem nicht mit. Der Linux-Kernel glaubt daher, dass PAE nicht zur Verfügung steht.

Ubuntu 14.04 kann auf derartigen Rechnern durchaus installiert werden. Dazu stellen Sie zuerst einmal sicher, dass Sie die 32-Bit-Version von Ubuntu herunterladen. Noch vor Beginn der Installation aktivieren Sie bereits im ersten Boot-Bildschirm mit F6 eine Zeile zur Eingabe von Kerneloptionen. Dort gegeben Sie die Option forcepae ein. Sinngemäß bedeutet diese Option, dass der Kernel PAE verwenden soll, obwohl es so aussieht, als würde die CPU dies gar nicht unterstützen.

Ubuntu 12.04 für alte CPUs ohne PAE

Hilft auch forcepae nichts, sollten Sie einen Blick auf diesen heise.de-Artikel werfen. heise hat vor kurzem ein Installations-Image für Ubuntu 12.04 zusammengestellt, das einen speziell kompilierten Kernel ohne PAE verwendet, um so die Installation von Ubuntu 12.04 auf alten Rechnern ohne PAE-kompatible CPU zu ermöglichen.

Quellen

https://help.ubuntu.com/community/PAE
https://help.ubuntu.com/community/EnablingPAE
http://de.wikipedia.org/wiki/Physical_Address_Extension
http://de.wikipedia.org/wiki/NX-Bit
http://de.wikipedia.org/wiki/Intel_Pentium_M

Bitte beachten Sie, dass ich Ubuntu-Installationen auf Rechnern ohne PAE selbst nicht getestet habe — ich besitze ganz einfach keinen Rechner mehr, der so alt ist. Vielen Dank an Hr. Martin für den Hinweis!