Ubuntu 19.04

Ubuntu 19.04 ist ein Release ohne dramatische Neuerungen. Optisch springen neue Icons in Auge, die dem Desktop mehr Frische geben. Gnome 3.32 unterstützt fractional scaling, was die Arbeit auf hochauflösenden Displays verbessern sollte. Das Feature gilt aber noch als experimentell und muss explizit aktiviert werden. Generell verspricht Gnome etwas mehr Performance. Die lässt sich in Benchmarktests messen, gefühlt hat sich aber nicht viel geändert.

Der Desktop wirkt mit neuen Icons und einem originellem Hintergrundbild gleich ein wenig frischer

Update 25.4.2019: Installation auf einem Lenovo P1 durchgeführt. Keine Probleme (Details siehe unten).

Update 26.4.2019: Desktop-Icons deaktivieren (siehe unten)

Fractional Scaling

In der Vergangenheit mussten Sie sich in Gnome zwischen 100% oder 200% Skalierung entscheiden. Auf hochauflösenden Displays führt die erste Einstellung zu einer winzigen Textdarstellung, während die zweite meist schon zu viel des Guten ist und wertvollen Platz verschwendet. Gnome 3.32 unterstützt nun auch 125%, 150% und 175%. Allerdings stehen diese Einstellungen nur zur Verfügung, wenn Sie das experimentelle Feature vorher aktivieren.

  • X: gsettings set org.gnome.mutter experimental-features "['x11-randr-fractional-scaling']"
  • Wayland: gsettings set org.gnome.mutter experimental-features "['scale-monitor-framebuffer']"

Bei meinen Tests haben die neuen Skalierungsstufen gut funktioniert. Manche Programme werden anscheinend nicht komplett scharf dargestellt. Mir sind allerdings optisch keine Probleme aufgefallen. Wünschen würde ich mir allerdings eine vollkommen freie Einstellung der Skalierungsstufe.

Intern sind die Skalierungsstufen unter Wayland und X unterschiedlich implementiert. Wayland-Programme werden wirklich skaliert, während die Skalierung unter X mittels xrandr erfolgt. (Im Prinzip wird ein virtueller Bildschirm in höherer Auflösung für das Rendering verwendet. Danach wird die Ausgabe auf die tatsächliche Auflösung herunterskaliert. Das ist naturgemäß relativ aufwendig und optisch nicht perfekt.)

Gnome 3.32 bietet endlich mehr Skalierungsstufen

Icons auf dem Desktop

Im Unterschied zum originalen Gnome ist es unter Ubuntu möglich, Dateien auf dem Desktop abzulegen. Canonical hat dazu standardmäßig die Gnome Extension Desktop Icons aktiviert. Von dieser Extension profitieren auch alle, die nicht vor haben, den Desktop mit Icons zu übersäen: Dank dieser Extension enthält Ubuntu zur Abwechslung wieder einmal eine aktuelle Nautilus-Version.

Update 26.4.2019: Persönlich bin ich kein Freund von Icons auf dem Desktop. Allerdings hat sich herausgestellt, dass es unmöglich ist, die Erweiterung auf der Gnome-Extensions-Seite im Webbrowser oder in Gnome Tweaks zu deaktivieren. apt remove gnome-shell-extension-desktop-icons ist auch keine gute Idee, weil damit das Basispaket ubuntu-desktop mit entfernt wird. Immerhin bietet der Konfigurationsdialog zu Erweiterung (erreichbar wiederum in https://extensions.gnome.org/local/) die Möglichkeit, die beiden standardmäßig sichtbaren Icons Home und Papierkorb auszublenden.

Versionsnummern

Basis             Desktop             Programmierung   Server
---------------   ------------------  --------------   --------------
Kernel      5.0   Gnome        3.32   bash       5.0   Apache     2.4
glibc      2.29   Firefox        66   gcc        8.3   CUPS       2.2
X-Server   1.20   Gimp         2.10   Java        11   MySQL      5.7
Wayland    1.16   LibreOffice   6.2   PHP        7.2   OpenSSH    7.9
Mesa       19.0   Thunderbird    60   Python     3.7   qemu/KVM   3.1
Systemd     240                                        Postfix    3.3
NetworkMan 1.16                                        Samba     4.10
GRUB       2.02 

Ubuntu 19.04 auf dem Lenovo P1 (Update 25.4.2019)

Heute habe ich Ubuntu 19.04 auf mein Lenovo-Notebook installiert. Vollkommen unkompliziert:

  • Beim Booten vom Installations-Images den Menüeintrag mit die Option Safe Graphics wählen. (Damit wird die Option nomodeset verwendet.)
  • Bei der Installation die Option Installieren Sie Software von Drittanbietern aktivieren. (Damit werden die NVIDIA-Treiber installiert.)

Beim Neustart funktioniert alles auf Anhieb, die NVIDIA-Treiber sind aktiv. Einziger Nachteil im Vergleich zu Pop OS: Es gibt keine Möglichkeit, ohne NVIDIA-GPU zu arbeiten. Zum Wechsel zwischen der NVIDIA- und der Intel-GPU kann das Kommando prime-select nvidia|intel verwendet werden. Damit die Änderung wirksam wird, muss man sich aus- und neu einloggen.

Quellen